Humanitärer Hilfskonvoi für Kinder 2015

Tour14 nach Litauen, vom 09.05.2015 – 17.05.2015


Vorab Dank und Planung

Der Verein KibuH hat im Vorfeld sehr viel Unterstützung von den Firmen tankpool24, Gehle, Schilp, Palsherm, Westpress, Eickhof, Heibert, GKN Walterscheid, ET Radio und Scania Kerpen erhalten! 
Diese Unterstützer haben es uns erst möglich gemacht, dass der Transport finanziert und durchgeführt werden konnte. Nicht zu vergessen ist die Unterstützung des Vereins Hells Truckers e.V., der für KibuH eine Benefizveranstaltung ins Leben gerufen hatten, dessen Gelder unserem Verein zugutekamen.


Im KibuH eigenen Lager wurden viele Stunden verbracht, um die Spenden zu sortieren, zu verpacken und zu palettieren. Viele Aktionen wurden unternommen, um den Kindern in Litauen viele schöne Dinge mitzubringen. Das KibuH Lager, mit einer Stellfläche von ca. 150 Europaletten, platzte vor Reisebeginn förmlich aus allen Nähten. Ein besonderes Highlight war die diesjährige Begleitung des Transportes durch ein Filmteam vom Fernsehsender D-MAX. Wir waren alle sehr gespannt, was uns erwarten würde.

Planung:

Heute am 05.05.15 begannen die Vorbereitungen für den Hilfstransport nach Litauen. Hartmut Schulz, Kai Schwark und Peter Dittmar holten von Scania-Rent Kerpen die uns zur Verfügung gestellten Sattelzüge und Auflieger ab. Nach der Übernahme der Fahrzeuge ging es gleich nach Hamm, um 30 ausgelagerte Paletten Babynahrung der Firma Hipp abzuholen. Danach wurden diese zum KibuH Lager gebracht. Alsdann wurde mit dem Laden des ersten LKW begonnen. Innerhalb von drei Tagen wurden die LKW logistisch der Reihe nach den anzufahrenden Institutionen in Litauen und der Größe der unterschiedlichsten Hilfsgüter beladen. Eine logistische Meisterleistung, eben auch, weil wir über wenig Manpower und eine geringe Stellfläche der Sachen in unserem kleinen Lager verfügen.

Samstag, 09.05.2015

Am Samstag gegen 05:30 Uhr trafen sich die Fahrer der LKW mit Ihren Fahrzeugen an der Tankpool 24 Tankstelle der Firma Lipps in Hamm zum Betanken der LKW ein. Oliver Galle kam mit einem vom Roten Kreuz Overath zur Verfügung gestellten Ford Transit und den KibuH Mitgliedern aus Seelscheid und Köln dazu. Die Firma Lipps sponserte für die drei LKW rund 3000 Liter Diesel und den entsprechenden Ad Blue Zusatzkraftstoff für umweltfreundliches Fahren. Hochmotiviert, vollgetankt und mit Verpflegung im Gepäck, fuhren wir im Konvoi gegen 06:20 Uhr zusammen los. 3 Sattelzüge waren insgesamt mit ca. 45 Tonnen Hilfsgütern beladen. Das Begleitfahrzeug war mit 7 Personen besetzt und das Filmteam fuhr im eigenen Volvo in der Kolonne mit.
Auf dem Autohof in Kassel Lohfelden machten wir den ersten Stopp. Wir wurden dort von den Hells Truckern begrüßt und mit einem Korb voller Leckereien auf den Weg nach Litauen verabschiedet.

Auf dem Weg nach Bautzen wurde der Konvoi mehrmals vom Filmteam für Aufnahmen angehalten, so dass wir erst gegen 15:00 Uhr an der Rastanlage Oberlausitz ankamen. Dort nahmen wir unseren sechsten LKW Fahrer Martin Hottinger auf. An der deutsch-polnischen Grenze wurden nur noch die Mautboxen der Firma VIATOLL gekauft und es ging weiter in Richtung Warschau, zu unserem geplanten Zwischenziel. Doch es kam anders. Durch die Begleitung des Filmteams wurde die Fahrzeit länger und länger, da immer wieder die Kameraeinstellungen in unserem vorbereiteten LKW überprüft werden mussten. Auch die Moderation und die Fragen wurden während der Fahrt beantwortet. Dies hieß für uns immer wieder anhalten, Pausen einlegen, Gespräche führen und vor allem, warten. Wir verloren so wertvolle Zeit. Das Zwischenziel Warschau rückte somit in immer weitere Ferne. Kurz vor Lodz suchten wir uns für die Nacht ein Hotel, was durch das Bulli-Team auch gefunden wurde. Dann hieß es zu später Stunde Zimmer beziehen, etwas zu Abend essen und ab ins Bett.

Sonntag, 10.05.2015

Gegen 05:00 Uhr wurde noch ein Kaffee im Hotel genossen, dass Begleitfahrzeug wurde aus einem LKW mit einer speziellen Umfüllpumpe, welche wir auch für die LKW dabei hatten, betankt und die Reise wurde fortgesetzt. Immer wieder wurden wir von unserem uns begleitenden Filmteam aufgehalten, so dass sich unsere geplante Ankunftszeit in Vilkija immer weiter nach hinten verschob. An der polnisch-litauischen Grenze wollten wir dann die Maut für die litauischen Autobahnen erwerben, auch dass scheiterte an der zu langen Pause der litauischen Mitarbeiter in der Mautbehörde. Dem Filmteam war es Recht so. Es konnte einige Aufnahmen machen, die aber aus verschiedenen Gründen zigmal wiederholt werden mussten. Nach dem wir weiter gefahren sind, konnten wir schließlich an einer Tankstelle unsere Maut für die 3 LKW kaufen.

Plötzlich kam 30 km vor dem Ziel Vilkija ein Anruf. Das Auto vom Filmteam war kaputt, der Motor hatte einen Totalschaden erlitten, das Öl lag auf der Autobahn. Der Tag wurde dadurch noch länger. Nachdem über Hartmut Schulz mit dem Hof Zalensai telefoniert wurde, kam die Hilfe alsbald geeilt. Der Wagen war nicht mehr zu reparieren. Nun war Guter Rat teuer. Doch auch dieses Problem wurde zur Zufriedenheit aller Beteiligten vom Besitzer des Hofes Zalensai mit einem Abschleppanhänger gemeistert.

Gegen 21:30 Uhr erreichten wir unseren Zielort Vilkija. Die LKW wurden in der ortsansässigen Fuchsfarm sicher abgestellt und das KibuH Team konnte durch Mithilfe einiger PKW der Familie Zalensai und des Krankenhauses Vilkija, zur Hofanlage gefahren werden. Auf dem Hof angekommen, wurden wir mit offenen Armen, einem Abendessen und diversen Getränken vom Rest der Familie Zalensai begrüßt. Es war ein anstrengender Tag und alle waren froh, nach dem tollen Abendessen und der Zuteilung der Zimmer in den Betten zu liegen.

Montag, 11.05.2015

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir am frühen Montagmorgen zum Krankenhaus Vilkija, unserem ersten Abladeort an diesem Tag. Alle weiteren Institutionen waren mit Ihren Fahrzeugen vor Ort, so dass zügig mit dem Abladen des ersten LKW begonnen werden konnte. Wir wurden vom Hof Zalensai mit einem Multigerät (gleicht einem Gabelstapler mit Teleskopgabel) unterstützt. Dadurch brauchten wir die Europaletten nicht per Hand abladen. Eine große Erleichterung. Nachdem die Hilfsgüter am Krankenhaus Vilkija den einzelnen Institutionen zugeteilt worden waren und auf deren mitgebrachte Fahrzeuge umgeladen wurden, konnten wir der Einladung der Direktorin des Krankenhauses zum Mittagessen folgen. Nach einer Stärkung fuhren wir mit den LKW`s weiter zum Lager des Sozialprojektes der Kinderärztin Milda. Dort war neben dem Multigerät viel Manpower gefragt. Durch die große Hilfe aller Anwesenden konnten wir schon wenig später unser drittes Ziel, die Kinderlungenheilanstalt Kulautuva, ansteuern.

Dort angekommen wurde der Klos im Hals immer dicker. Die Kinder haben sich richtig was einfallen lassen. Wir wurden mit Gesang und Tanz begrüßt. Alle vom KibuH Team bekamen von den Kindern gebastelte Engel um den Hals gehängt.

Bevor wir mit dem Abladen beginnen konnten, mussten wir uns ebenfalls betätigen und mit den Kindern tanzen. Das war ein ganz tolles Erlebnis. Wir waren zu Tränen gerührt! Es war einmalig und wunderschön!

Nach dem ein weiterer LKW entladen war, wurden wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dieser Einladung sind wir sehr gerne gefolgt. Mit dem Filmteam haben wir noch einen Rundgang durch die Lungenheilanstalt gemacht, um den Zuschauern zu zeigen, wie hilfsbedürftig diese Einrichtung ist. Hier werden und wurden EU-Gelder falsch eingesetzt. Die Außenfassade wurde nach EU Richtlinien energetisch erneuert. Innen wirkt diese Einrichtung nicht im Einzelnen kinderfreundlich. Die Ausstattung und das Flair sahen aus wie in einer heruntergekommenen Kaserne. Auch hier ist zukünftig dringend Hilfe nötig. Die Zeit verstrich schnell und wir mussten weiter von Kulautuva in Richtung Kaisiadorys. Dort angekommen, wurden die LKW an einer uns vertrauten Spedition abgestellt. Das Bulli Team fuhr in das Hotel Pas Radvila und die LKW Fahrer kamen mit unserer Dolmetscherin Violeta und ihrem Mann Kestas kurz danach dort an. Nach einer kurzen Diskussionsrunde des gesamten Teams wurde zu Abend gegessen und der nächste Tag besprochen. Den Rest des Abends nutzten wir um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln, sprich, wir vielen ein weiteres Mal todmüde zu Bett!

Dienstag, 12.05.2015

Am Dienstag trafen wir uns um 08:00 Uhr zum Frühstück. Gut gestärkt fuhren wir zum Speditionsgelände, um dort vor Ort die ersten Hilfsgüter abzuladen. Der Inhaber der Spedition stellte uns einen Gabelstapler zur Verfügung. Wieder konnten wir unsere Kräfte schonen und die Hilfsgüter für das Gefängnis, Kolping usw. zügig an Ort und Stelle abladen. Dieses wurde sogleich von den Mitarbeitern auf eigenen Transporter umgeladen und abtransportiert. Als nächstes Ziel steuerten wir das Krankenhaus Kaisiadorys an. Vor Ort war jedoch die Zufahrt derart zugeparkt, so dass Besitzer von Autos ausfindig gemacht werden mussten, um den LKW in die Einfahrt zu manövrieren. Unser Feuerwehrmann Klaus hat es aber trotz der immer noch vorhandenen Enge in einem Zug gekonnt gemeistert. Am Krankenhaus wurden viele nützliche Dinge für die Belegschaft, die Rettungswache als auch für die Patienten abgeladen. Nach einer gemütlichen Kaffeerunde mit litauischen Leckereien wurde es Zeit zum Kinderheim nach Paparciai aufzubrechen.

In Paparciai angekommen wurden wir von den Kindern schon erwartet. Sie hatten die Bäume mit selbst gebastelten Schmetterlingen geschmückt. Willkommensplakate waren an der Hauswand auf gehangen und eine unbeschreibliche Freude und Zuneigung strömte uns entgegen. Wiederum steuerte Klaus den LKW um eine 90 Grad Kurve zwischen Bäumen hindurch an den Platz, wo wir die Hilfsgüter abladen konnten. Kinder aller Altersklassen standen erwartungsvoll am LKW, um beim Abladen helfen zu dürfen. Ein unglaublich schönes Bild, was niemand von uns so schnell vergessen wird. Das Lachen und das Strahlen der Kinderaugen sind unbeschreiblich. So konnten wir trotz der zeitlichen Verzögerung mit guter Laune die Hilfsgüter zum Kinderheim befördern. Nach dem noch viele Gespräche geführt und uns wieder Geschenke überreicht wurden, war es dann an der Zeit, nach Elektrenai aufzubrechen. Doch es war nicht ganz so einfach den LKW und unser Begleitfahrzeug vom Gelände des Kinderheimes zu bekommen. Zum einen waren wir erneut den Tränen nahe, weil unsere LKW mit bunten gemalten Herzen und Blumen geschmückt waren. Ebenso stellten die Kinder sich uns in den Weg, um uns an der Weiterfahrt zu hindern. Nach Abklatschen der uns entgegen gestreckten Kinderhände durften wir alsdann aber doch weiterfahren. Ein unglaublich schönes Erlebnis für alle im KibuH Team!


Nach ca. 20 km Fahrt durch die wunderschöne Landschaft Litauens, kamen wir am Gymnasium in Elektrenai an. Dort wurden wir vom Schuldirektor erwartet. Ursprünglich sollten wir schon um die Mittagszeit dort ankommen. Unser begleitendes Filmteam machte uns auch an diesem Tag wieder einen Strich durch die Zeitrechnung. Als wir die LKW eingeparkt hatten und abladen wollten, war der Schrecken groß! Ursprünglich sollte ein Gabelstapler an der Schule stehen. Angetroffen haben wir aber nur einen von Hand zu bedienenden Hubwagen! Schließlich hatten wir 10 Tonnen Fliesen abzuladen. Diesen Kraftakt mit der Hand zu bewältigen wollten wir nicht auf uns nehmen. Violetta musste helfen. Es wurde ein Gespräch mit dem Direktor der Schule geführt. Einige Telefonate später kam dann der erhoffte Gabelstapler sogar mit Polizeieskorte um die Ecke. Die Erleichterung war allen anzusehen und zu spüren. Nun konnte mit dem Entladen begonnen werden. Zügig wurden die Paletten vom LKW gehoben, aber genauso zügig wurden die Paletten von den anwesenden Helfern geleert. Das Leergut wurde somit zeitgleich wieder auf die Ladefläche des LKW verbracht.

Die vorangegangene Wartezeit nutzten wir jedoch mit vereinten Kräften dazu, die Kindergartenmöbel in der Schule unterzubringen. Diese Möbel sollten in den nächsten Tagen dort abgeholt werden. Eine tolle Leistung von allen, die mit einem fabelhaften Mittagessen am späten Nachmittag belohnt wurde. Doch leider, leider, leider, die Zeit drängte weiter, denn wir mussten zurück zur Spedition. Die LKW wurden dort abgestellt und es ging wieder ins Hotel. Schnell geduscht und frisch gemacht, erwartete uns schon wieder eine wundervoll gedeckte Tafel mit einem reichhaltigen Abendessen. Dieses lies die voran gegangenen Mühen schnell wieder aus dem Kopf verschwinden. Nach einem tollen Abend ging nach vielen freundschaftlichen Gesprächen auch dieser Tag alsbald zu Ende. Auf uns wartete eine Mütze voll Schlaf, denn am nächsten Tag ging es ja wieder weiter!

Mittwoch, 13.05.2015

Am dritten Tag hatten wir noch Hilfsgüter für fünf Institutionen auf unserem letzten LKW. Der erste Abladeort an diesem Tag war das Krankenhaus in Elektrenai. Anderer Ort, das häufige gleiche Problem vor Ort. Auch hier versperrten zahlreiche Autos die Zufahrt. An ein ausfindig machen der Besitzer in einem derart darum liegenden Wohngebiet war nicht zu denken. Somit hieß es auf ein Neues, Rangieren was das Zeug hielt. Diesmal war es unser Norbert, der diese Aufgabe mit Hilfe der zwei Einweiser Peter und Klaus über Funk perfekt meisterte. Messerscharf musste der LKW auch hier um eine 90 Grad starke Kurve mit Bordsteinkanten und parkenden Autos, welche wir nicht beschädigen wollten, gelenkt werden.

Hier vor Ort wurden aber nicht nur für das Krankenhaus Hilfsgüter entladen, sondern auch die Hilfsgüter für das Sozialamt und das Altenheim Elektrenai angeliefert. Die Stimmung beim KibuH Team war enorm. Es ging auf das Ende des Abladens zu. Es wurde viel gelacht und gewitzelt und die Zeit verging wie im Flug. Nach dem obligatorischen Kaffeetrinken, setzten wir uns danach mit dem Tross zum Kinderheim Elektrenai in Bewegung. Nicht nur der einsetzende Regen, sondern auch der herzliche Empfang machten hier allen die Augen feucht. Auch hier im Kinderheim Elektrenai stehen die Kinder erwartungsvoll vor dem LKW um helfen zu können. Voller Stolz und Freude nehmen sie die Kartons entgegen und bringen sie an den Sammelort des Kinderheims. Zwischenzeitlich ließ auch der Regen nach und die Ladefläche wurde leerer und leerer. Nachdem die Türen des Trailers geschlossen waren, folgten wir der Einladung zum Kaffeetrinken. Nach einer guten halben Stunde, mussten wir uns wieder verabschieden, um unser letztes Ziel zu erreichen. Nach der Verabschiedung und herzlichen Umarmungen, setzten wir uns in Bewegung.

Der Tross, immer in Begleitung des Filmteams, erreichte nach einer Stunde Fahrt, auf nicht immer befestigten Straßen, das Kinderheim Beijonys! Was uns dort widerfuhr ist äußerst bemerkenswert! Für unseren Hilfstransport wurde bei der Ankunft eine Flaggenparade an drei Fahnenmasten abgehalten. So etwas haben wir in den vergangenen Jahren auch noch nicht erlebt. Es war beeindruckend! Das Abladen der letzten Hilfsgüter wurde mit Hilfe eines Traktors und Anhänger erleichtert, denn der Weg zum Sammelort dort war ziemlich weit. Der LKW konnte nur an der Straße und nicht in der Nähe der Lagerhalle stehen. Nun kam die von uns mitgebrachte dicke Turnmatte aus dem Trailer. Diese wurde von den Kindern sofort in Beschlag genommen. Es wurde gehopst, gesprungen und getobt, alle hatten ihren Spaß! Das Abladen ging fast mühelos von statten. Der LKW war innerhalb einer Stunde leer. Nun folgten wir noch der Einladung des Direktors zum wiederholten Kaffeetrinken an diesem Tag. Doch auch hier mussten wir wegen der knappen Zeit alles ein wenig verkürzen.

Von Beijonys aus setzten wir uns in Bewegung in Richtung Vilkija. Zwischenzeitlich haben wir noch den einen oder anderen Supermarkt aufgesucht, um günstige Zigaretten und litauische Köstlichkeiten zu kaufen. Zurück an der Fuchsfarm angekommen, wurden die LKW schnellstens geparkt, denn wir wurden auf dem Hof Zalensai schon dringend erwartet. Das Krankenhaus Vilkija hatte das KibuH Team zum Abendessen eingeladen. Eine große Anzahl von Gästen begrüßte uns nach langem Warten bei der Ankunft. Beiderseits wurden Geschenke ausgetauscht. Mit vielen warmen und ehrlichen Worten kam niemals die Herzlichkeit unserer Gastgeber uns gegenüber zu kurz. Es wurde bis in den frühen Morgen gelacht, getanzt und viele Gespräche geführt. Es war ein wundervoller gemütlicher Abend im Kreise unserer Freunde und Spendenempfänger! Für alle im KibuH Team war es zudem ein schöner Abschluss nach den Strapazen des Anreisens und des Abladens.


Donnerstag 14.05.2015

Gegen 08:30 Uhr stand ein Bus auf dem Hof der Familie Zalensai, der uns zur Familienklinik brachte. Dort angekommen wurden wir mit folkloristischer Musik empfangen. Es wurde seitens der Familienklinik ein großes Dankeschön an das KibuH Team gerichtet, bevor es mit einem Schiff auf eine wunderschöne Reise zur Kurischen Nehrung ging.
Auf der Fahrt dorthin wurde eine Molkerei und Käserei besichtigt. Wir gewannen hautnah viele neue Eindrücke auf dem Gebiet der Milchverarbeitung.

Auf dem weiteren Weg zur Memel wurde ein Picknick angeboten. Bei einer warmen Mahlzeit und kalten Getränken wurden wir gestärkt für die Weiterfahrt. Mit dem Schiff, welches uns von Rusne durch das Memeldelta bis nach Minge und über das Kurische Haff zurück fuhr, genossen wir einen tollen Eindruck von der an uns vorbeiziehenden Landschaft.

Leider gab es auf dem Haff eine kleine nicht gewollte Pause. Das Schiff hing auf einer Sandbank fest. Dennoch waren alle Mitreisenden frohen Mutes. Es wurde wieder einmal gegessen, getrunken und bei guter Musik gesungen und getanzt. Auch eine Karaoke wurde an Bord mit litauischer Unterstützung durchgeführt. Am späten Abend setzte sich der Bus nach dem Anlegen des Schiffes wieder in Richtung Vilkija in Bewegung. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem Restaurant, da wir ja lange nichts mehr gegessen hatten. Es wurden uns litauische Tänze und erneut die herzliche Gastfreundschaft präsentiert.

Weit nach Mitternacht erreichten wir den Hof Zalensai. Wir tranken noch einen allerletzten Absacker und fielen müde aber begeistert ins Bett. Wir sagen herzlichen Dank an die Verantwortlichen der Familienklinik für dieses tolle Event!


Freitag 15.05.2015

An diesem Tag fand das Kinderfest statt.

Nur mit unseren Zugmaschinen sind wir gegen 10:00 Uhr in Vilkija gestartet. Im Schlepptau hatten wir natürlich das Filmteam und unser Begleitfahrzeug. Über die Autobahn ging es zügig voran. Aber die Schotterstrecken im Landesinneren wurden für die Zugmaschinen zum Hindernisparcours. Durch die extra angeschütteten Bodenwellen fehlte den LKW wegen dem fehlenden Sattelauflieger und dem entsprechendem Gewicht auf der Hinterachse der Gripp. Es war schon eine abenteuerliche Fahrt nach Beijonys!

Als wir dort verspätet ankamen, wurden wir schon von den Kindern und vielen anderen Gästen freudig erwartet. Die Kinder hatten sich richtig viel einfallen lassen. Gedichte wurden aufgesagt, Lieder wurden auf Deutsch gesungen und unsere mitgebrachte Turnmatte wurde richtig gefordert. Sehenswerte Showeinlagen der Kinder kamen nicht nur bei uns sehr gut an. Sogar die örtliche Polit-Prominenz staunte nicht schlecht über die Leistungen der Kinder. Bei so viel Dankbarkeit die wir sahen, hatte auch hier unser Glücksgefühl in uns überhand genommen. Roma und ihr Team hatten litauisches Schaschlik vorbereitet. Dieses verspeisten wir mit allen Kindern und Gästen zur Mittagszeit. Leider hieß es am frühen Nachmittag Abschied nehmen. Nicht nur von unseren lieb gewonnen Kindern und neuen Freunden, sondern auch von unserem Filmteam.

Mit viel Wehmut im Herzen, aber doch auch mit Stolz in der Brust, setzten wir uns mit unseren Fahrzeugen in Richtung Vilkija in Bewegung. Wir fühlten uns bestätigt, dass wir wieder allen Institutionen mit unseren Hilfsgütern helfen konnten. Zurück auf der Fuchsfarm angekommen, wurden die Sattelanhänger angekuppelt für die Rückfahrt. Danach ging es zum Hof Zalensai, wo wir mit der Familie den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen ließen. Es war allen im KibuH Team anzumerken, dass dieser Transport etwas ganz besonderes war. Trotz der Anstrengungen und der langen Tage waren alle in sich gekehrt und haben das Erlebte für sich noch einmal Revue passieren lassen.

Viele Gedanken wurden in kleinen Gruppen ausgetauscht und letztendlich im Team noch einmal besprochen.


16. + 17.05.2015 – Rückreise

Nach einer kurzen Nacht standen alle aus dem KibuH Team pünktlich um 04:30 Uhr abfahrtbereit mit gepackten Koffern zusammen, um den letzten litauischen Kaffee auf dem Hof Zalensai zu sich zu nehmen.

Um 05:00 Uhr starteten wir unsere LKW um 1000 km in Richtung Bautzen zu fahren. Durch den Sonnenaufgang fuhren wir in Richtung litauisch-polnische Grenze. Einigen aus dem KibuH Team war es wohl noch nicht danach, das Land zu verlassen. Kurz vor der polnischen Grenze wurde schon der erste Kaffeestopp eingelegt. Wir hatten bis dorthin noch keine 100 km gefahren. Aber es nutzte nichts, wir mussten weiter, um unser Etappenziel (Bautzen) in einer angemessenen Zeit zu erreichen. Viele Kilometer wurden im Konvoi zurückgelegt, viele Kilometer in Polen auf neu errichteten Autobahnen. Gegen 20:30 Uhr erreichten wir die Bundesautobahnpolizeistation in Bautzen. Dort wurden wir schon erwartet. Nicht weil man uns kontrollieren wollte, sondern unser Mitglied Martin Hottinger (Mr. LASI- Ladungssicherung) ist dort der Chef. Hier konnten wir unsere Fahrzeuge sicher abstellen und beruhigt ins nahe gelegene organisierte Hotel fahren.

Zudem hilft KibuH auch vor Ort in Bautzen. Wir hatten für die Hebammen in und um Bautzen Babynahrung und Babymilch an Bord. Diese wurde an der Polizeistation abgeladen und sicher und trocken untergestellt. Die Verteilung übernahm unser Martin in den nächsten Wochen selbst. Nach dem das Team die Zimmer im Hotel bezogen hatte, trafen wir uns noch zum Abendessen und fielen alsbald müde in die Federn.


Der Sonntag begann wieder früh um 06:00 Uhr. Wir wurden von Martin vom Hotel zu den Fahrzeugen gebracht. Das Begleitfahrzeug verließ den Konvoi, um auf direktem Weg unsere fleißigen Helfer nach Hause zu bringen. Die letzte Etappe zum Ziel des KibuH Lagers in Hamm wurde nach einigen Pausen am Abend gegen 20:00 Uhr erreicht. Dort wurde noch das Leergut abgeladen. Zwei Sattelzüge machten sich mit unseren Fahrern Hartmut und Klaus direkt auf den Weg zurück nach Seelscheid und Köln.

Montag 18.05.2015

Der letzte Tag endete in Kerpen bei Scania Rent mit der Rückgabe der LKW.

Es war bei den drei Fahrern des Vorstands deutlich Wehmut zu spüren, als sie die Schlüssel abgegeben mussten. Dieser Transport war für uns, aber auch für das gesamt Team, etwas Besonderes und eine neue Erfahrung von Hilfsbereitschaft uns gegenüber. Wir hatten mit allen Hauptsponsoren beklebte Fahrzeuge, die ein einmaliges Bild für unsere Mission darstellten. Wir waren in diesem Jahr ein super tolles engagiertes Team.

Mit den Firmen tankpool24, Scania Rent Kerpen, Ideekom hatten wir in diesem Jahr ein Sponsorenteam, dem man nicht genug Dank aussprechen kann. Ohne diese und viele weitere Sponsoren, die uns finanziell unterstützt haben, wäre dieser Hilfstransport nicht durchzuführen gewesen.

Ohne das Engagement der Industrie und der ehrenamtlichen Helfer, ist eine solche Hilfsmission nicht machbar. Wir hoffen sehr, dass wir diese Unterstützung noch lange Jahre erhalten dürfen, um unsere Ziele, anderen Menschen in Europa zu helfen, gerecht zu werden!


Der Verein „Kinder brauchen unsere Hilfe e.V.“ bedankt sich ausdrücklich für die Unterstützung des humanitären Hilfstransports 2015

Der Vorstand von KibuH e.V. bedankt sich bei den folgenden Helfern. Ihr wart ein super tolles Team, ausgeglichen mit Witz und Tatkraft!

Vielen herzlichen Dank!

Martina Lösche
, Frank Gusche
, Fritz Schatte
, Chris Martzoukos
, Matin Hottinger
, Kai Schwark
, Oliver Galle
, Herman Josef Bolz
, Norbert Arend

Mit freundlichen Grüßen an alle Beteiligten und jene, die nicht namentlich erwähnt werden wollten!!!

Euer KibuH e.V. Vorstand

1.Vorsitzender Peter Dittmar

2.Vorsitzender Hartmut Schulz

Kassenwart Klaus Kirchner

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